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Energie aus Abfall

Im Müllheizkraftwerk Stapelfeld wird aus Abfall Strom und Wärme gewonnen

Laut statistischem Bundesamt erzeugt jeder deutsche Erwachsene pro Jahr 158 kg Restmüll. Insgesamt fallen so bundesweit rund 130 Milliarden Tonnen an, die zu 82 Prozent verwertet werden – neben dem Recycling auch über thermische Abfallverwertungsanlagen. Sechzehn dieser Anlagen in Deutschland betreibt die EEW Energy from Waste, darunter eine im schleswig-holsteinischen Stapelfeld. HANSA‑FLEX liefert für die Rauchgasreinigung der Müllverbrennungsanlage (MVA) Industrieschläuche und übernimmt das Schlauchmanagement.
„In dem Müllheizkraftwerk Stapelfeld werden täglich bis zu 1.400 Tonnen Müll verwertet“, erzählt Christian Riepold, Junioringenieur der EEW Energy from Waste Stapelfeld GmbH. Was macht man mit so viel Abfall? „In einem unserer zwei Kessel verbrennen“, lacht Riepold. „Denn Abfall ist eine Ressource, die man sehr gut energetisch verwerten kann. Und nichts anderes machen wir hier.“ Mit „hier“ meint er ein viereinhalb Hektar großes Areal, auf dem eine Reihe verschiedener Gebäude dicht an dicht stehen. „Nur ein Drittel der gesamten Anlage ist der Verbrennung, zugeordnet“, erklärt Riepold. „Zwei Drittel entfallen auf die Rauchgasreinigungsanlage.“ Doch wie wird aus Abfall Energie?

Thermische Verwertung

6:35 Uhr auf dem Gelände der MVA Stapelfeld: Die ersten LKWs haben ihre Ladung bereits in die Kipphalle gebracht, von wo der Müll über eine riesige Betonrutsche in den Schlund des Müllbunkers gelangt. 140 Fahrzeuge sind es jeden Tag. Der Bunker bietet mit 6.000 Tonnen Fassungsvermögen genügend Platz. „Wir brauchen einen Vorrat, um auch am Wochenende die Versorgung sicher zu stellen“, erklärt Riepold. Der Kranführer, der aus einem geruchsdichten Glaskasten die Abfallberge überblickt, mischt mit einem fünf Tonnen schweren Greifer den Müll ordentlich durch. „Nur bei einer ausgewogenen Mischung verbrennt der Abfall gleichmäßig und mit wenigen Rückständen“, weiß Riepold. Danach lässt der Kranführer den Müllmix in einen der beiden Aufgabetrichter fallen, von wo er in den Feuerraum gelangt. „Hier herrschen das ganze Jahr über Temperaturen von mehr als 1000 Grad Celsius“, gibt Riepold an. „Bei so hohen Temperaturen verbrennt der Müll von ganz alleine.“ Durch die Wärme des Müllfeuers werden rund 63 Tonnen 380 Grad Celsius heißer Wasserdampf pro Stunde erzeugt, der mit einem Druck von 26,5 bar eine Turbine antreibt. So werden jährlich 136.000 Megawattstunden Strom erzeugt – genug für 39.000 Haushalte.

Saubere Sache

Hat der Wasserdampf seine Arbeit verrichtet und die Turbine angetrieben, ist er noch immer 130 Grad Celsius heiß. „Energie, die wir an das Fernwärmenetz weitergeben. Auf diese Weise nutzen wir die Brennstoffe optimal aus und liefern klimafreundliche Heizenergie für die Bewohner unserer Nachbarschaft.“ Denn der Heizwert von Müll ist mit dem von Braunkohle vergleichbar, gibt aber deutlich weniger Kohlendioxid ab. Hinzu kommt, dass die Anlage in Stapelfeld einer der saubersten Verbrennungsbetriebe Europas ist. „Wir liegen mit unseren Emissionen weit unter den vorgeschriebenen Grenzwerten“, so Riepold. Neben der optimalen Verbrennung liegt das an dem hoch modernen Rauchgasreinigungssystem. Es besteht aus Rauchgaswäschern sowie Elektro- und Aktivkohlefiltern. Auch der Abfall schrumpft auf zehn Prozent seines Ausgangsvolumens, die ebenfalls verwertet werden: Die Schlacke wird aufbereitet und kommt im Straßenbau zum Einsatz, Flugasche sowie herausgefilterte Stäube werden zum Auffüllen alter Bergwerksstollen verwendet, um ein Setzen des Deckgebirges zu verhindern. Und auch das verschmutze Wasser aus der Rauchgasreinigung wird aufbereitet und wieder eingesetzt.
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Sachkundige Unterstützung

Wiederaufbereitung und Eindampfung der bei der nassen Rauchgasreinigung in den Rauchgaswäschern anfallenden Abwässer findet im Wasserhaus statt, einem rund 37 m hohen Gebäude, durch das sich Rohr- und Schlauchleitungen winden. Dazwischen Mitarbeiter des HANSA‑FLEX Industrieservices. „Wir nehmen hier die komplette Verschlauchung vor“, berichtet Jacek Borazynski, Account Manager bei HANSA‑FLEX.

Ziel ist es, ein effizientes Schlauchmanagement einzurichten. Die Basis dafür bildet der X-CODE, durch den jeder Schlauch eindeutig identifiziert wird. „Dies ist aus zwei Gründen wichtig“, meint Riepold. „Im Kundenportal My.HANSA‑FLEX sehen wir, wie lange jede einzelne Schlauchleitung im Einsatz ist und wann die nächste Prüfung ansteht. Zudem können wir nun Ersatzteile schnell und unkompliziert nachbestellen.“
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Dafür arbeiten das HANSA‑FLEX Industrieschlauchzentrum in Geisenfeld und die Sonderschlauchfertigung in Hamburg-Stellingen Hand in Hand. „Wir bekommen die Sonderschläuche als Meterware und konfektionieren sie“, berichtet Boraczynski. So auch den Industrieschlauch des Typs CHEM UPE SD, der im Wasserhaus verlegt wird. „Dieser Chemieförder-Saugschlauch ist sehr strapazierfähig. Neben Wasser und Abwasser aus der Rauchgaswäsche werden damit auch Gipsschlamm und salzhaltige Medien transportiert, die bei der Aufbereitung der Abwässer anfallen“, erklärt Boraczynski. Zusätzlich setzt HANSA‑FLEX auf korrosionsbeständige Armaturen aus Kunststoff. „So können wir eine Einsatzdauer von bis zu zehn Jahren sicherstellen“, versichert Boraczynski.
Die Arbeiten laufen routiniert und professionell ab. „Viel Betreuung von unserer Seite ist nicht nötig“, freut sich Riepold. „Wir treffen uns nur zweimal am Tag: morgens, um die Tagesziele festzulegen. Abends, um sie abzuhaken.“ Nach nur knapp acht Wochen ist das Projekt, bei der [Zahl einfügen] Schlauchleitungen verlegt wurden, abgeschlossen. Danach betreut HANSA‑FLEX die MVA in Stapelfeld weiter: Zu den Prüfterminen nimmt der Industrieservice jeden Schlauch unter die Lupe. „Die Zusammenarbeit passt: Effiziente Instandhaltung für eine effiziente Müllverbrennungsanlage“, resümiert Riepold.

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