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How-To Drucksysteme. Warum das Drucksystem nur so stark ist wie sein schwächstes Bauteil.

In diesem How-To lernen Sie, wie Sie durch einfache Druckmessungen Schwachstellen im Hydraulikkreislauf erkennen und damit die Sicherheit und Funktionsfähigkeit des gesamten Systems gewährleistet werden kann.

Lesezeit: ca. 6 Minuten

In Hydrauliksystemen entscheidet nicht die Einzelkomponente über die Leistung, sondern das schwächste Bauteil. Rohrleitungen können durch höhere Wandstärken oder bessere Werkstoffe für höhere Drücke zugelassen sein. Sind jedoch andere Komponenten wie Verschraubungen, Dichtungen, Ventile oder Schlauchleitungen nicht entsprechend ausgelegt, begrenzen sie das Gesamtsystem der Hydraulik.

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Merksatz

„Das Drucksystem ist nur so gut wie das schwächste Glied in der Kette.“

Sven Bötjer

Produktmanager Rohr und Sonderarmaturen, Zubehör

Mit einer Druckmessungen können Sie Schwachstellen erkennen, bevor es zu Ausfällen kommt. Für eine Druckmessung ist eine genaue Kenntnis der zulässigen Druckwerte der einzelnen Komponenten des Hydrauliksystems unverzichtbar. Zulässige Druckwerte finden Sie beispielsweise in Datenblättern, Katalogen sowie in der Dokumentation der Anlage. Weiterhin sollten Sie den Systemdruck sowie den zulässigen Maximaldruck der Anlage im Betrieb kennen.
Für präzise Druckmessungen bietet HANSA‑FLEX digitale Messgeräte und Sets wie das HK MH 2025 an. Sie liefern klare Messwerte direkt an der Anlage und eignen sich ideal für mobile Einsätze. Im HANSA‑FLEX Sortiment finden Sie weitere digitale und analoge Messtechnik für unterschiedliche Anwendungen.[
 

Schritt für Schritt: So führen Sie eine Druckmessung durch

Wichtig: Arbeiten an Hydraulikanlagen oder deren Komponenten dürfen nur durch geeignetes, ausgebildetes Fachpersonal und unter strikter Einhaltung aller relevanten Sicherheitsvorschriften erfolgen!

Vorbereitung:

  • Anlage druck- und spannungsfrei machen, Sicherheitsmaßnahmen beachten.
  • Messpunkte auswählen (z. B. kritische Leitungen, nahe der Pumpe, vor Ventilen, nach Zylinderanschlüsse).
  • Vorgaben aus Bedienungsanleitung oder Handbuch berücksichtigen.

Messgeräte aufbauen:

  • Messtechnik vorbereiten, digitale oder analoge Messtechnik anschließen.
  • Alle Messgeräte gemäß Herstellerhinweisen korrekt installieren.
  • Bei Glyzerinmanometer die How-To-Checkliste durchgehen

Maximalen Druckwert bei Manometern beachten

Manometer bilden einen bestimmten Druckbereich ab. In anderen Worten: Nicht jedes Manometer ist für jeden Druckbereich geeignet. Deshalb ist die Kenntnis des maximalen Druckwerts unverzichtbar, um Schäden am Messgerät oder Hydrauliksystem zu vermeiden.

  1. Skalenendwert kennen
    Prüfen Sie den Skalenendwert des Manometers. Er definiert die mechanische Belastbarkeit; der angezeigte Maximaldruck darf nicht überschritten werden. Für die Auswahl des Messbereichs gilt: ca. 30 % Reserve über dem normalen Betriebsdruck einplanen, um Druckspitzen abzufangen.
  2. Systemdruck ermitteln
    Der maximale Betriebsdruck der Anlage bestimmt die Auswahl des Messbereichs. Das Manometer muss über dem zu erwartenden Druck liegen; sonst droht eine Verformung der Rohrfeder.
  3. Dauerhaften Betriebsdruck begrenzen (Regel: 75–80 % vom Skalenendwert)
    Für den Dauerbetrieb gilt: Der normale Arbeitsdruck sollte maximal 80 % des Skalenendwerts betragen.
  4. Pulsationen & Vibrationen berücksichtigen
    Bei stark pulsierenden Drücken (z. B. Pumpenausgang) sollten Manometer mit Glyzerinfüllung verwendet werden, weil die Dämpfung das Messwerk schützt.
  5. Glyzerinfüllung: Schützt das Messwerk vor Vibrationen, ändert aber nicht die mechanische Belastbarkeit, die maximale Druckbegrenzung bleibt relevant.
  6. Regelmäßig prüfen: Führen Sie Sichtkontrollen auf Beschädigungen, Abweichungen oder Leckagen am Manometer durch.

Tipp: Bei Unsicherheiten immer die Herstellerangaben zu dauerhafter Druckbelastung und zulässigen Spitzen berücksichtigen.

Druckmessung durchführen:

  • Anlage langsam auf Betriebsdruck hochfahren. Erst Arbeitszyklen unter realen Bedingungen schaffen Klarheit und versprechen brauchbare Ergebnisse!
  • Werte an allen Messpunkten notieren.
  • Sollwerte aus Handbuch oder Bedienungsanleitung der Anlage als Referenz verwenden.

Analyse:

  • Vergleich der Messwerte mit Sollwerten (Nenn- und Maximaldrücken).
  • Auffälligkeiten erkennen: Druckabfall, Spitzen/Überdruck, unterschiedliche Werte zwischen ähnlichen Leitungen, die auf ungleichmäßige Druckverteilung im System hinweisen können

Maßnahmen:

  • Schwache Komponenten prüfen und ggf. verstärken.
  • Sprechen Sie uns an: Gemeinsam mit unseren technischen Beratern identifizieren wir Schwachstellen und empfehlen passende Produkte mit den benötigten Eigenschaften.
  • Wartungsintervalle oder Austausch gemäß Handbuchvorgaben festlegen.
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Systemdenken statt Einzelkomponenten

Nur wenn alle Komponenten des Hydrauliksystems für den benötigten Druck zugelassen sind, kann die Anlage sicher arbeiten.

Um Schwachstellen frühzeitig zu erkennen, empfehlen wir bereits in Planung, Entwicklung und Prototypenbau das Thema Druck ganzheitlich zu berücksichtigen und nicht nur Einzelkomponenten isoliert zu betrachten. Dies gilt besonders für komplexe hydraulische Systeme, wie z. B. im Anlagen- oder Fahrzeugbau. 

Die Druckmessung gehört zu den unkompliziertesten Diagnosewerkzeugen in der Hydraulik. Mit portabler Messtechnik lassen sich Anlagen schnell prüfen und typische Probleme früh erkennen. Druckspitzen, Fehlstellungen von Ventilen oder untypische Lastwechsel fallen sofort auf. Damit identifizieren Sie Störungen, bevor sie zu Ausfällen führen. Die Betriebssicherheit steigt und unplanmäßige Stillstände lassen sich gezielt vermeiden.

Besonders wertvoll ist das im Prototypenbau. Messwerte unter realen Bedingungen zeigen sofort, wie sich Komponenten im Zusammenspiel verhalten. Druckverläufe bestätigen Auslegungen oder machen Schwachstellen sichtbar. Das erleichtert die Bewertung und sorgt dafür, dass spätere Serienmaschinen stabil laufen. Praktisch: Ein einfacher Messaufbau reicht oft aus, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

Unsere Empfehlung: Führen Sie regelmäßige Druckmessungen mit passender Messtechnik durch; nutzen Sie dafür die komplette Bandbreite unserer Kategorie Messtechnik und binden Sie die Druckmessung fest in Entwicklung und Wartung ein. So behalten Sie den Systemzustand im Blick und erkennen Abweichungen, bevor sie teuer werden.

Gut zu wissen

Ohne fachkundiges Personal geht es nicht. Prüfungen, Simulationen oder Tests am Hydrauliksystem dürfen nur von qualifiziertem Personal mit entsprechender Freigabe durchgeführt werden. Das erforderliche Wissen vermitteln beispielsweise die Kurse der Internationalen Hydraulik Akademie (IHA).

Alle Angaben in diesem How-To wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Dennoch können wir Fehler nicht ausschließen. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität keine Gewähr. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.

  • Sven Bötjer

    Produktmanager Rohr und Sonderarmaturen,
    Zubehör und Werkzeuge

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