Er ist der Mann hinter der Lösung, die aus einer Handbewegung eine vollständige Bestellung macht: einfach scannen, bestellen, fertig. Als Product Owner im Bereich Digitale Lösungen entwickelt Dario Gelzer bei HANSA‑FLEX praxisnahe digitale Anwendungen wie Scan-to-Order – und denkt dabei immer zuerst an den Moment, in dem jemand die Lösung wirklich nutzt.
Dario, was machst du genau bei HANSA‑FLEX?
Ich bin Projektmanager im Bereich Digitale Lösungen und arbeite vor allem als Product Owner rund um unsere Scan-to-Order-Lösung. Kurz gesagt: Ich bin der Übersetzer zwischen den Menschen, die unsere digitalen Anwendungen nutzen, und den Menschen, die sie bauen. Auf der einen Seite stehen Kunden und Vertrieb mit ihren Anforderungen und Problemen aus dem Alltag, auf der anderen Seite Entwicklung und IT. Meine Aufgabe ist es, aus diesen unterschiedlichen Perspektiven ein Produkt zu formen, das am Ende wirklich funktioniert. Nicht nur technisch, sondern im echten Einsatz. Und natürlich auch wirtschaftlich.
Was steckt hinter Scan-to-Order?
Stell dir vor, du stehst im Lager und eine Armatur oder eine Hydraulikschlauchleitung muss nachbestellt werden. Normalerweise läuft das so: Du musst umständlich die Materialnummer heraussuchen, gehst ins Büro, gibst die Bestellung bei deinem Einkauf ab, der in den allermeisten Fällen noch Rückfragen hat. Dann loggt sich der Einkauf ins System ein, füllt Formulare aus, die du vielleicht noch unterschreiben musst. Mit Scan-to-Order geht das viel einfacher und schneller. Du scannst einfach den QR-Code oder Barcode am Regal und die Bestellung geht direkt an HANSA‑FLEX. Das ist das Prinzip hinter Scan-to-Order: Bestellen direkt dort, wo der Bedarf entsteht. Der Aufwand für den Kunden reduziert sich auf ein Minimum.
Für wen ist diese Lösung besonders interessant?
Vor allem für Kunden, die regelmäßig sogenannte C-Teile bei uns kaufen. Das sind Teile mit relativ geringem Warenwert, die aber trotzdem aufwändig beschafft werden müssen. Klassisches Beispiel: Ein Bauteil kostet wenige Euro. Dieses muss aber von Fachkräften gesucht, bestellt und anschließend gebucht werden. Das alles benötigt wertvolle Zeit und verursacht so hohe versteckte Kosten – auch bei uns. Genau hier greift Scan-to-Order. Wir minimieren die Prozesskosten auf Kundenseite. Für den Kunden bedeutet das weniger Verwaltungsaufwand, weniger Fehler und mehr Zeit für die eigentliche Arbeit.
Das klingt alles sehr einfach. Ist es das auch?
Das Endprodukt soll sich einfach anfühlen, der Weg dahin ist es nicht immer. Das ist genau der Punkt, der mir an meiner Arbeit bei HANSA‑FLEX so gefällt. Als Product Owner muss ich verschiedene Anforderungen unter einen Hut bekommen. Der Kunde will eine Lösung, die im harten Lager- und Werkstattalltag intuitiv funktioniert. Die IT braucht präzise, strukturierte Anforderungen, um Code zu schreiben. Und der Vertrieb muss das Ganze schließlich zum Kunden bringen. Und nicht zuletzt sollte die Lösung auch wirtschaftlich überzeugen. Ich bin viel mit Menschen zusammen, das liegt mir einfach. Ich nehme die Wünsche unserer Kunden und unsere internen Anforderungen auf, bewerte sie und priorisiere, welche Features wir als Nächstes bauen. Manchmal ist jemand enttäuscht, weil wir ein bestimmtes Feature noch nicht umgesetzt haben. Auch das gehört zu meinem Job, erklären, warum nicht immer alles auf einmal geht.
Wie bist du zu dieser Rolle gekommen?
Mein Weg war alles andere als ein gerader. Ich habe eine Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistik gemacht, parallel zum dualen Studium zum Betriebswirt für Verkehr und Logistik. Danach habe ich Wirtschaftsingenieurwesen studiert. 2015 kam ich über ein Praktikum im Supply Chain Management zu HANSA‑FLEX, 2016 fing ich dann fest an, zunächst im Einkauf und im Supply Chain Management. Diese Zeit war extrem wertvoll. Ich habe gelernt, wie Warenströme funktionieren, wo die Engpässe in der Beschaffung liegen und wie wichtig operative Exzellenz ist. Erst 2018 bin ich in die Abteilung Digitale Lösungen gewechselt. Das war für mich der Moment, in dem sich vieles zusammengefügt hat: kaufmännisches Denken, Prozessverständnis und mein Interesse an Technologie, diese Aspekte greifen in meiner Tätigkeit perfekt ineinander.
Was ist dein persönlicher Anspruch bei der Arbeit?
Ich finde Digitalisierung dann gut, wenn sie Dinge nicht komplizierter macht, sondern einfacher. Das klingt selbstverständlich, ist es aber oft nicht. Viele digitale Lösungen entstehen am Schreibtisch und nicht am Ort, wo sie später genutzt werden. Mich interessiert immer die Frage: Wo entsteht im Alltag des Kunden eigentlich Reibung? Und wie können wir genau dort ansetzen? Mein „Stallgeruch“ aus der Logistik hilft mir heute enorm, weil ich die Probleme der Kunden nicht nur vom Bildschirm aus kenne. Ich sage immer: Ein gutes Produkt muss nicht unbedingt beeindrucken, sondern zuverlässig funktionieren und dem Nutzer im Alltag wirklich helfen.
Wie sieht die Zusammenarbeit in deiner Abteilung aus?
Wir haben ein tolles Team, jeder hat unterschiedliche Schwerpunkte und setzt unterschiedliche Impulse, das bereichert die Zusammenarbeit ungemein. Wir arbeiten eng mit Entwicklung, Vertrieb, den Fachbereichen und vielfach direkt mit Kunden zusammen. Eine Idee durchläuft viele Stationen: erst Anforderungsaufnahme, dann Pilotierung, dann Feedback, dann Weiterentwicklung. Das braucht Geduld und viel Kommunikation. Unsere Abteilung Digitale Lösungen hatte von Anfang an den Anspruch, Elfenbeintürme aufzubrechen, also nicht aus der Einzelperspektive eines Fachbereichs zu denken, sondern übergeordnet Menschen und Prozesse zu vernetzen. Diese Vielseitigkeit empfinde ich Tag für Tag als bereichernd.
Und was treibt dich außerhalb des Büros an?
Privat bin ich sehr familienorientiert. Wenn man drei Kinder hat, lernt man schnell, dass Lösungen pragmatisch und verständlich sein müssen. Da gibt es keine Zeit für komplizierte Prozesse. Ich mache gerne Krafttraining und beschäftige mich viel mit Künstlicher Intelligenz und baue auch eigene Anwendungen mit Hilfe von KI. Ehrlich gesagt lässt sich das nicht so scharf vom Job trennen: Wenn man täglich mit digitalen Lösungen zu tun hat, schaut man auch privat mit anderen Augen auf Technologie.
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