Individualität in Serie: Brock Kehrtechnik verbindet die schlagkräftige Effizienz eines Serienfertiger mit den individuellen Anpassungen einer Manufaktur. Möglich macht dies ein Baukastensystem, bei dem die Serienmaschinen individuell konfiguriert und durch zusätzliche Ausstattungen bzw. Optionen erweitert werden. Ob spezielle Doppeltellerbesen, Ölspurbeseitigung, Laubsaugeinrichtung, Wasserhochdruck oder Wechselsysteme für den Einsatz im Winterdienst: Die Kehrmaschinen von Brock erfüllen exakt die kundenspezifischen Anforderungen. Selbst superstarke Permanentmagneten für die sichere Entfernung metallischer Fremdkörper sind verfügbar. Die Kundenliste ist dabei so vielfältig wie die Anforderungen und reicht von Kommunen und Straßenmeistereien über Flughäfen und Bauunternehmen bis zu privaten Reinigungsdiensten. „Wir setzen auf standardisierte Prozesse und Produkte, die individuelle und damit zeit- und kostenaufwendige Lösungen überflüssig machen“, bringt Marc Scherer, Leiter Einkauf bei Brock Kehrtechnik, die Unternehmensphilosophie auf den Punkt.
Anspruchsvolle Konstruktion
Hydraulik, Pneumatik, Sauganlage, Kippsystem, hydrostatischer Antrieb und vieles mehr: Kehrmaschinen kombinieren enorm komplexe Technik auf einem engen Bauraum. Denn schließlich müssen auch die Behälter für Schmutz und Wasser noch Platz auf den Fahrzeugen finden. Die größte Kehrmaschine BROCK VS14 verfügt über immerhin über einen Schmutzbehälter mit einem Volumen von 14 m³ und einen Wassertank mit 3.000 Litern Fassungsvermögen, mit einem Zusatztank sind sogar 10.000 l Wasser möglich. „Der enge Bauraum erfordert viel Erfahrung in der Konstruktion und in der Montage. Zum Einsatz kommen beispielsweise eine Vielzahl unterschiedlicher Verschraubungen und Befestigungssysteme“, erklärt Scherer.
Keine Fehlteile dank Kanban
„Als Serienfertiger mit einem hohen Auftragsvolumen kennen wir keinen Stillstand in der Produktion. Wir legen daher großen Wert auf eine schnelle und zuverlässige Teileverfügbarkeit und treffen daher gezielte Maßnahmen zur Absicherung unserer Produktionsprozesse“, sagt Scherer. Der Kehrmaschinenspezialist setzt daher auf ein eigenes Lager, damit alle regelmäßig benötigten Teile immer verfügbar sind. Ein zentrales Element dieser Prozessoptimierung ist ein Kanban-Lager, das direkt in der rund 15.000 Quadratmeter großen Produktionshalle in Bochum installiert ist. Ein Regal mit rund 300 Schütten, die mit Verschraubungen, Rohrschellen und Schlauchmeterware bestückt sind. Kurz: Mit allen Artikeln, die die Monteure für nach Kundenwunsch konfigurierten Serienmaschinen täglich benötigen, immer griffbereit am Ort des Geschehens. „Das Kanban-Prinzip ist denkbar einfach. Für jeden Artikel gibt es zwei Schütten. Wenn eine Schütte leer ist, wird nachbestellt. Die Produktion greift in der Zwischenzeit auf den zweiten, vollen Behälter zurück “, veranschaulicht Scherer. Zwei weitere Kanban-Regale in anderen Produktionsbereichen ergänzen das System des kontinuierlichen Nachschubs.
Echtes Vertrauen
„Wir haben mit Kanban unsere Prozesssicherheit nachhaltig gestärkt und keine Ausfallzeiten mehr durch Fehlteile“, berichtet Scherer. Früher mussten Lagerbestände manuell kontrolliert, Bestellungen ausgelöst und Nachlieferungen koordiniert werden. Ein Aufwand, der bei häufig benötigten Artikel wie Verschraubungen kaum zu bewältigen war. Heute übernimmt HANSA‑FLEX diese Aufgabe vollständig: Jede Woche kommt Alexander Walter von der HANSA‑FLEX Niederlassung Willich ins Werk, läuft die Regale ab, räumt die Lieferung der Vorwoche ein, prüft die Bestände und löst neue Bestellungen aus: „Wir übernehmen nicht einfach die Lieferung. Wir übernehmen die Verantwortung dafür, dass beim Kunden immer das richtige Material in ausreichender Menge am richtigen Ort verfügbar ist“, bringt Walter den Unterschied zu einer klassischen Bestellung auf den Punkt. Nicht jeder Lieferant kommt bei Brock für eine solche Rolle in Frage, die Hürden sind entsprechend hoch. „Es ist ein sehr, sehr großer Vertrauensvorschuss, quasi die komplette Abwicklung der gesamten Supply Chain in die Hände eines Lieferanten zu legen", betont Scherer. Denn wer das Kanban-Lager betreut, hat direkten Einfluss auf den Produktionsfluss. Ein Fehler – falsche Artikel, zu geringe Bestände, fehlende Qualität – wirkt sich sofort auf die Fertigung aus. Das zeigt sich auch an Details wie der FIFO-Organisation des Kanban-Lagers, wodurch vermieden wird, dass beispielsweise O-Ringe oder Elastomerdichtungen zu lange auf Lager liegen und mit der Zeit spröde werden.
Daten als Gesprächsgrundlage
Was Scherer an der Zusammenarbeit besonders schätzt: HANSA‑FLEX kommt nie mit leeren Händen zu Terminen. Die Außendienstmitarbeiter bringen zu jedem Besuch eine aktuelle SAP-Auswertung mit Umsatzentwicklungen, Verbrauchsveränderungen und Preisen mit. „Mein Kundenbetreuer informiert mich beispielsweise, dass es bei den schweren Verschraubungen eine Zunahme des Verbrauchs von 16,5 Prozent gibt und fragt daher proaktiv nach, ob dieses Ereignis eine Ausnahme darstellt oder ob in der Zukunft mit durchgängig erhöhten Verbräuchen zu rechnen ist", gibt Scherer ein Beispiel aus der Praxis. Auf Basis dieser Daten wird das Kanban-Lager kontinuierlich optimiert.
Nähe, die im Ernstfall zählt
Für Scherer ist Kundennähe kein Marketingbegriff. „Für mich als verantwortlicher Leiter Einkauf ist der persönliche Kontakt unverzichtbar. Die Corona-Pandemie hat deutlich gezeigt, wie wichtig gute Lieferantenbeziehungen und stabile Lieferketten sind“. Dass HANSA‑FLEX dieses Verständnis teilt, ist für ihn eines der zentralen Argumente für die langjährige Partnerschaft. Die Niederlassung ist wenige Minuten entfernt, die Ansprechpartner bekannt und erreichbar, die Führungsebene präsent – und die Zusammenarbeit reicht längst über das Kanban-Lager hinaus: von der Lösungsfindung mit der Konstruktion über technische Unterstützung bei Sonderbauanfragen bis zur gemeinsamen Erprobung neuer Komponenten, bevor diese in der Serienfertigung zum Einsatz kommen. Beide Partner investieren in den Ausbau der Beziehungen, immer mit dem Ziel die bereits hohe Prozessqualität weiter zu stärken und abzusichern. „Die Zusammenarbeit ist ein perfektes Beispiel dafür, wie eine Kunden-Lieferanten-Beziehung funktionieren kann. Es ist immer ein stetiges Geben und Nehmen. Und die Basis dafür ist eine saubere und vertrauensvolle Kommunikation“, unterstreicht Christian Kirchholtes, der die Kundenbeziehung auf HANSA‑FLEX Seite verantwortet.
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