Maschinen müssen laufen. Das gilt besonders in der Landwirtschaft sowie im Garten- und Landschaftsbau: Denn enge Zeitfenster für die Ernte, vorgegebene Termine, wechselnde Einsatzorte und eine hohe Auslastung lassen wenig Spielraum für ungeplante Ausfälle.
Die HANSA‑FLEX Servicetechniker vom mobilen Hydraulik-Sofortservice und Industrieservice beobachten praktisch täglich diese Situation: Viele Schäden an der Hydraulik entstehen nicht durch große Defekte, sondern durch fehlende Kontrolle, mangelnde Schmierung oder eine unsachgemäße Reinigung.
Besonders der Einsatz von Hochdruckreinigern gehört zum Arbeitsalltag. Die Praxis zeigt jedoch: Maschinen werden zwar häufig gründlich gereinigt, anschließend aber nicht ausreichend nachbehandelt. Dabei weisen viele Maschinenhersteller darauf hin, dass Hochdruckreiniger nur eingeschränkt oder in bestimmten Bereichen gar nicht eingesetzt werden dürfen.
Trotz dieser Vorgaben sieht die Realität oft anders aus. Nach Abschluss eines Projekts soll die Maschine sauber sein und beim nächsten Kunden einen guten Eindruck machen.
Vor der Reinigung prüfen:
☐ Ist die Maschine technisch in Ordnung?
☐ Sind beschädigte Kabel, Schutzschläuche oder Steckverbindungen vorhanden?
☐ Sind alle Schmiernippel vorhanden und zugänglich?
☐ Liegt der Schmierplan vor?
☐ Ist ausreichend Schmierfett verfügbar?
☐ Sind Fettpresse und weitere Werkzeuge einsatzbereit?
Nach der Reinigung nicht vergessen:
☐ Schmierstellen gemäß Schmierplan nachfetten
☐ Lagerstellen kontrollieren
☐ Leitungen und Steckverbindungen prüfen
☐ Beschädigungen dokumentieren
☐ Maschine für den nächsten Einsatz vorbereiten
FAQ
Alles Wichtige, was Sie zu Prüfen, Reinigen und Schmieren wissen sollten
Warum ist Prüfen vor der Reinigung so wichtig?
Land- und Baumaschinen sollten vor der Reinigung auf sichtbare Schäden wie lose Leitungen, beschädigte Schutzschläuche, offene Steckverbindungen und fehlende oder verschmutzte Schmiernippel kontrolliert werden. Der Grund ist einfach: Durch Wasser, Reinigungsmittel und Druck können vorhandene Schwachstellen verschärft oder verdeckt werden. Was vor der Hochdruckreinigung noch erkennbar ist, lässt sich danach oft schwerer zuordnen. Die Vorprüfung hilft daher, Schäden frühzeitig zu entdecken, Risiken zu reduzieren und die anschließende Pflege gezielt vorzubereiten.
Welche Risiken entstehen durch Hochdruckreiniger?
Hochdruckreiniger lösen Schmutz, Öl- und Fettrückstände sehr effektiv. Genau darin liegt aber auch das Risiko: Der Wasserstrahl kann Schmierstoffe aus Gelenken, Bolzen, Lagern oder Führungen verdrängen, empfindliche Dichtungen belasten und Feuchtigkeit in Bereiche drücken, die nicht für direkte Reinigung mit hohem Druck vorgesehen sind oder deren Abdeckungen fehlen. Deshalb gilt: Abstand halten, den Druck anpassen und niemals direkt auf Dichtungen, Lagerstellen, elektrische Komponenten oder Schmierpunkte richten. Empfindliche Bereiche sollten von Hand gereinigt werden. Nach der Reinigung empfiehlt sich eine Sichtprüfung und gegebenenfalls eine Nachschmierung der betroffenen Komponenten.
Warum können Wasser und Druckluft in Lagern, Steckverbindungen und elektrischen Bauteilen zum Problem werden?
Wasser verdrängt den erwünschten Schmierfilm, bindet Schmutz und kann Korrosion begünstigen. In Lagern und Gelenken steigt dadurch der Verschleiß. In Steckverbindungen oder Sensorbereichen kann Feuchtigkeit zu Kontaktproblemen, Fehlermeldungen oder Ausfällen führen. Auch Druckluft ist nicht immer unkritisch. Sie entfernt Schmutz nicht vollständig, sondern kann Staub, Sand oder andere Partikel in Lagerstellen, Dichtbereiche, Steckverbindungen und Gehäuseöffnungen drücken. Dadurch können Dichtungen stärker verschleißen, Schmierstoffe verunreinigt und empfindliche Bauteile beschädigt werden. Auch wenn viele Maschinen für Landwirtschaft sowie Garten- und Landschaftsbau robust gebaut sind, sollten Lagerstellen, Dichtbereiche, elektrische Anschlüsse, Sensoren sowie Gehäuseöffnungen und andere empfindliche Bauteile nicht direkt mit Hochdruckwasser oder Druckluft beaufschlagt werden. Hier ist eine schonende Reinigung die bessere Wahl.
Weshalb können auch Niedervolt-Anlagen beeinträchtigt werden?
Traktoren, Landmaschinen, Radlader, Minibagger oder Anbaugeräte arbeiten häufig mit 12- oder 24-Volt-Systemen. Diese Spannung wirkt auf den ersten Blick unkritisch, doch die Elektronik ist auf saubere Kontakte, intakte Leitungen und trockene Steckverbindungen angewiesen. Feuchtigkeit kann Übergangswiderstände verändern, Korrosion auslösen oder Signale von Sensoren und Steuergeräten stören. Darum sollten elektrische Bereiche vor der Reinigung geprüft, möglichst nicht direkt abgestrahlt und nach der Wäsche erneut kontrolliert werden.
Warum sollten Schmiernippel, Schmierpunkte und Schmierpläne vorher bekannt sein?
Wer erst nach der Reinigung nach Schmierstellen sucht, übersieht leicht verdeckte Schmiernippel. Schlimmstenfalls gelangt Wasser aus dem Hochdruckreiniger bei zu locker sitzenden Schmiernippeln direkt in die Maschine. Der Schmierplan zeigt, welche Stellen in welchen Intervallen und mit welchem Schmierstoff versorgt werden müssen. Vor der Reinigung lässt sich prüfen, ob Schmiernippel vorhanden, erreichbar und nicht beschädigt sind. Danach kann gezielt nachgeschmiert werden, damit verdrängtes Fett ersetzt und Wasser aus kritischen Bereichen herausgedrückt wird.
Welche Vorbereitungen sind vor der Maschinenwäsche sinnvoll?
Sinnvoll ist eine kurze Sichtprüfung mit klarer Reihenfolge: Maschine sicher abstellen, grobe Verschmutzungen lokalisieren, empfindliche Bereiche erkennen, offene Steckverbindungen und beschädigte Leitungen prüfen, Schmierplan bereitlegen und das passende Zubehör vorbereiten.
Welches Material benötige ich?
Zur Grundausstattung gehören geeignete Düsen oder Strahlrohre für den Hochdruckreiniger, geeignete Reinigungsmittel, Fettpresse, Schmierfett und bei Bedarf Ersatz-Schmiernippel. Saubere Reinigungstücher, Bürsten sowie eine persönliche Schutzausrüstung (Handschuhe, Schutzbrille etc.) sollten ebenfalls bereitstehen.
Wo bekomme ich Zubehör zum Reinigen und Schmieren?
HANSA‑FLEX bietet im Bereich Zubehör und Werkzeuge unter anderem Rotordüsen und Strahlrohre für die Reinigung (Reinigungstechnik | Jetzt im HANSA-FLEX Shop kaufen), Schmiertechnik wie Fettpressen, Schnellwechselanschlüsse und Schmiernippel in verschiedenen Ausführungen (Schmiertechnik | Jetzt im HANSA-FLEX Shop kaufen) sowie Wartungstechnik und Montagemittel (Wartungstechnik und Montagemittel | HANSA-FLEX Shop).
Welche Bereiche müssen nach der Reinigung nachgeschmiert werden?
Nach der Reinigung sollten alle Schmierstellen nach Herstellervorgabe versorgt werden – besonders Lager, Gelenke, Bolzen, Drehpunkte, Führungen, Anbaugeräte und stark ausgesetzte Bereiche. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern die richtige Schmierstelle, der passende Schmierstoff und das richtige Intervall. Nach dem Abschmieren sollten überschüssiges Fett und gelöster Schmutz entfernt werden, damit keine neue Schmutzbindung entsteht. So wird die Reinigung mit einer wirksamen Pflege abgeschlossen.
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