Die richtige Ware zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Damit die HANSA‑FLEX Kunden Tag für Tag schnell und zuverlässig beliefert werden können, müssen weltweit Prozesse nahtlos ineinandergreifen. Im Interview erklärt Maximilian Armerding, warum gute Logistik beim Kunden beginnt, wie neue Märkte und Einkaufsgewohnheiten neue Wege erfordern und weshalb Logistik für HANSA‑FLEX ein strategischer Erfolgsfaktor ist.
Was gehört alles zum Bereich Logistik und Global Trade?
Eine zentrale Rolle spielen unsere beiden Zentralläger in Bremen und Geisenfeld. Hier bündeln wir den Großteil unserer Logistikaktivitäten, um unsere Kunden weltweit zu beliefern. Der internationalen Ausrichtung von HANSA‑FLEX tragen wir mit unserer Abteilung Global Trade Rechnung. Durch unsere weltweite Präsenz in 43 Ländern sind Im- und Export sowie Zentrallager nicht mehr voneinander zu trennen. Dazu kommen zwei Teams für Logistikprojekte sowie Logistiksoftware.
Wer sind eigentlich die Kunden der Logistik?
Wir unterscheiden zwischen internen und externen Kunden. Interne Kunden sind unsere Produktionsstandorte, Niederlassungen und Auslandsgesellschaften, die wir mit Waren beliefern. Externe Kunden sind die Unternehmen, die weltweit auf Fluidtechnologie von HANSA‑FLEX vertrauen und auch direkt aus den Zentrallagern beliefert werden. Dabei müssen wir in der Logistik eine beachtliche Bandbreite unterschiedlichster Kundenanforderungen abdecken. Unser Ziel ist es immer, die für den Kunden richtige Lösung anzubieten.
Wie erreichen Sie diese konsequente Kundenorientierung?
Der entscheidende Punkt ist für mich, dass wir die Logistik nicht als isolierten Bereich betrachten. Wir können bei HANSA‑FLEX nur als Team gemeinsam erfolgreich sein. Das heißt, wir arbeiten in der Logistik eng mit anderen Fachbereichen wie Einkauf, Vertrieb, Supply Chain Management und Qualitätsmanagement zusammen. Dabei geht es nicht nur um Lagerkapazitäten und Lieferantenstandards, sondern auch um eine ganzheitliche Betrachtung der Prozesse aus Kundensicht. In der Logistik haben wir keinen direkten Kontakt mit unseren Endkunden. Im engen Austausch mit den anderen Fachbereichen entstehen Lösungen, die neue Kundenanforderungen bestmöglich abbilden.
Wo verändern sich heute Kundenanforderungen?
Die Anzahl der Bestellungen, die wir über unseren Online-Shop erhalten, nimmt immer mehr zu. Diese sind typischerweise sehr kleinteilig und umfassen meist wenige Artikel in geringen Stückzahlen. Wir müssen unsere Prozesse im Zentrallager darauf ausrichten, dass wir nicht nur ganze Verpackungseinheiten – also Kartons, sondern auch einzelne Artikel effizient kommissionieren können. Über optimierte Abläufe und eine konsequente Automatisierung stellen wir sicher, dass kleine Bestellmengen sowohl für uns als auch unsere Kunden wirtschaftlich bleiben. Ein weiteres Thema: vorkommissionierte Kits, die mehrere Artikel umfassen. Ein internes Beispiel ist die Serienfertigung in Bremen. Hier stellen wir die Materialversorgung der Produktionsaufträge direkt in der Produktion sicher. Nicht zuletzt verlangen auch aufstrebende Märkte im globalen Kontext einen strategischen Ausbau der Logistik.
Wie sehen diese strategischen Veränderungen aus?
Zusätzlich zu unserem Tresengeschäft in den Niederlassungen fokussieren wir uns seit einiger Zeit stärker auf das Erstausrüstungs- und Seriengeschäft sowie auf neue Märkte in Südostasien. Um dieses Wachstum in der Logistik abzubilden, ist eine enge Abstimmung mit den anderen Fachbereichen unverzichtbar. Zusammen mit meinem Team entwickeln wir zukunftsfähige Logistiklösungen, die mit klaren Strukturen eine Skalierung unseres Geschäfts ermöglichen. Ein Beispiel: Wenn wir die Umschlagshäufigkeit erhöhen, können wir bei gleichem Lagerbestand mehr Waren bewegen und damit die Wirtschaftlichkeit stärken.
Womit schaffen Sie Platz für dieses Wachstum?
Wir verfolgen zwei Ansätze. Wir planen ein neues Zentrallager in Südostasien, um der wachsenden Nachfrage aus dieser Region gerecht zu werden. Wir schaffen Nähe zu unseren Kunden und erschließen in dieser Region auch neue Lieferanten, natürlich unter Beibehaltung der weltweit gültigen HANSA‑FLEX Qualitätsstandards. Gleichzeitig stärken wir damit auch unsere globalen Lieferketten. Der zweite Ansatz besteht in einer kontinuierlichen, kundenorientierten Überprüfung unserer Prozesse und an deren Ausrichtung an neue Rahmenbedingungen.
Wo sehen Sie konkrete Ansatzpunkte zur Prozessoptimierung?
Ein wichtiger Hebel, um die Effizienz und Transparenz in der Logistik zu stärken, ist die konsequente Nutzung logistischer Daten. Alle Entscheidungen, die wir treffen, basieren letztlich auf Daten. Unsere Aufgabe ist es, die bereits vorliegenden Informationen aus den verschiedenen Fachbereichen zusammenzuführen und wo notwendig zu ergänzen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz kann uns helfen, in diesen enormen Datenmengen Muster zu erkennen und Ansatzpunkte für eine kundenorientierte Weiterentwicklung unserer Logistiklösungen zu identifizieren.
Welche Themen stehen bei Ihnen gerade auf der Agenda?
Zunächst haben wir bereits eine sehr gute Ausgangsbasis mit einem motivierten Team und schnellen, stabilen Prozessen. Unsere Kunden schätzen weltweit unsere hohe Lieferfähigkeit bei kurzen Lieferzeiten. Das heißt aber nicht, dass man Gutes nicht noch besser machen könnte. Ein Schwerpunkt für mich ist die Modernisierung der beiden bestehenden Zentralläger in Deutschland. Wir haben ein eigenes Team für die Entwicklung unserer Logistiksoftware und können so unsere Prozesse schnell und flexibel anpassen. Dabei geht es nicht nur um effiziente Strukturen, sondern auch um den Einsatz leichterer, energieeffizienterer Technologien. Ein weiteres Beispiel für mehr Effizienz durch Transparenz sind digitale, papierlose Abläufe im Wareneingang. Die Zentralläger sind bereits umgestellt, die Einführung von Scannern in den Niederlassungen und Produktionsbereichen eröffnet uns ein großes Potenzial, uns auch dort in der Logistik zu verbessern. Solche neuen Lösungen entwickelt unsere Abteilung Logistikprojekte, die losgelöst vom Tagesgeschäft operiert.
Was soll Logistik bei HANSA‑FLEX zukünftig leisten?
Die Logistik leistet bereits heute einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Das zeigt sich auch darin, dass HANSA‑FLEX die Logistik kürzlich zu einem eigenständigen Unternehmensbereich aufgewertet hat. Durch die Bündelung zentraler Aufgaben und die Definition von unternehmensweit einheitlichen Abläufen wollen wir die Leistungsfähigkeit in der Logistik nachhaltig stärken. Skalierbare Standardlösungen statt individueller Einzellösungen ermöglichen es uns, unsere Ressourcen besser auszunutzen und damit die Weiterentwicklung des gesamten Unternehmens zu begleiten. Als Bereichsleiter beschäftige ich mich natürlich viel mit Zukunftsfragen: Welche Weichen müssen wir heute stellen, damit wir morgen optimal aufgestellt sind? Diese Fragen bewegen das ganze Unternehmen, den Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen empfinde ich dabei als sehr bereichernd.
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